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03.02.2010

Erstes Geothermie-Kraftwerk Baden-Württembergs in Betrieb

In Anwesenheit zahlreicher Gäste wurde in Bruchsal das erste Geothermie-Kraftwerk Baden-Württembergs feierlich in Betrieb genommen. Das wird mit einer Leistung von 550 Kilowatt rund 1200 Haushalte mit CO2-frei erzeugtem Strom versorgen.

Bereits vor mehr als fünfundzwanzig Jahren wurde am Standort in Bruchsal eine erste geothermische Tiefbohrung abgeteuft. Obwohl es seinerzeit nicht zu einer geplanten geothermischen Wärmeversorgung kam, wurden die grundsätzlichen Pläne nicht aufgegeben. Daran knüpfte auch der Vorstandsvorsitzende der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Hans-Peter Villis an: „Von den ersten Tiefenbohrungen bis zur Einweihung des Geothermie-Kraftwerks sind über zwanzig Jahre vergangen. Das zeigt: Technische Innovationen brauchen Zeit und starke Partnerschaften wie die zwischen der ewb und der EnBW.“ Bezogen auf die Zukunftsfähigkeit der geothermischen Stromerzeugung Villis weiter: „Heute geht von Bruchsal ein wichtiges Signal aus: Geothermie kann ein wichtiger Teil einer zukünftigen nachhaltigen Energieversorgung sein. Unser Planet steckt voller Energie. Energie, die ständig und zuverlässig vorhanden und damit witterungsunabhängig und grundlastfähig ist. An uns liegt es nun, diese Technologie gemeinsam weiter zu entwickeln und auch andere zu ermuntern, dem Beispiel in Bruchsal zu folgen.“

Mit großem Engagement hat die Stadt Bruchsal in langjähriger Pionierarbeit ein ergiebiges Thermalwasservorkommen erschlossen. Bei Bohrungen war man in 1.900 und 2.500 Meter Tiefe auf eine so genannte hydrothermale Quelle mit größeren Mengen Thermalwassers mit einer Temperatur von rund 120°C gestoßen. Solche hydrothermalen Systeme stellen nur rund 4 Prozent des geothermischen Potentials in Deutschland dar. Die besondere Herausforderung in Bruchsal besteht im Umgang mit der großen Menge der im Thermalwasser gelösten Gase und Salze.

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